Biogasheizkraftwerk

Nicht die Architektur steht im Vordergrund, sondern die logistische Ingenieurleistung, die notwendig ist, um ein Projekt in dieser Größenordnung, innerhalb der kurzen Bauzeit, umzusetzen. Neben dem fachlichen Können ist auch ein Verständnis für die Rahmenbedingungen erforderlich.

GRUNDLAGEN / RECHERCHEN

Für den Bau eines Biogas Heizkraftwerkes bedarf es genauer Recherchen, über die Größe der Anbauflächen der Pflanzen und den Gülleanfall in der umgebenden Gemeinde sowie über die Anschlussmöglichkeit für den Strom bzw. die Abwärmenutzung. Hier in Stocking gibt es über 600ha Maisanbauflächen. Neben dem Grundstück steht seit Jahren ein Kunststoffrecycling-Werk, welches Wärme benötigt. Ein Trafo ist dort vorhanden und eine asphaltierte Straße führt zum Grundstück.

MATERIALIEN

Die Fermenter sind zylindrische Behälter aus stahlbewehrtem Beton mit ca. 20 m Durchmesser und ca. 10 m Höhe. Damit die beheizten Behälter nur einen geringen Wärmeverlust erleiden, müssen diese wärmegedämmt werden, was mit Alupaneelen gemacht wurde. Um den Angriff der aggressiven Inhalte (Flüssigkeiten und Gas) auf die Betonwände zu minimieren, wird an Stelle von Zement nun „Slagstar“ verwendet. im Gasbereich werden die Wände sandgestrahlt und mit Polyester beschichtet. Die Lagerflächen für das Materiallager (Maissilage) werden aus polymervergütetem zweilagigem Asphalt mit verklebten Nahtstellen hergestellt. Die Hallen werden aus Holzkonstruktionen (Leimbinder) gebaut, die auch mit gedämmten Alupaneelen verkleidet werden.

ANLAGENTECHNIK (grob vereinfacht)

Das Biogas entsteht durch Fermentation von Mais und Gülle in einer ca. 37 Grad warmen Umgebung. Dieses Gas betreibt einen großen Gasmotor, der mit gleichbleibenden Touren einen Generator betreibt, um Strom zu generieren, der direkt in das Stromnetz eingespeist wird. Die Abwärme vom Motor wird mit zwei parallelen Wasserleitungen (90 Grad und 120 Grad) abtransportiert und zum Trocknen von gewaschenen Kunststoffteilen der Recycling-Anlage verwendet.

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